Andrologie bedeutet in der Übersetzung schlicht „Männerheilkunde“, umgangssprachlich oft Männerkunde genannt. Dieses Teilgebiet der Medizin setzt sich mit den männlichen Fortpflanzungsorganen und deren Störungen auseinander. Andrologie ist sozusagen die männliche Version der Gynäkologie.

Im Bereich der Männerheilkunde arbeiten viele verschiedene Spezialisten zusammen: Endokrinologen, Humangenetiker, Urologen, Dermatologen, Sexual- und Reproduktionsmediziner und bei Bedarf auch Mikrobiologen, Virologen oder Onkologen. Grundsätzlich kann man sagen, dass die Andrologie sich vor allem mit dem Hormonstatus des Mannes auseinandersetzt. Denn gerade der Mangel des Hormons Testosteron kann zu zahlreichen Erkrankungen im Bereich der Blutbildung, des Knochenstoffwechsels, der Stimmung, Libido und Erektionsfähigkeit führen. Immer größere Bedeutung hat die Andrologie auch in Bezug auf unerfüllten Kinderwunsch sowie die männliche Verhütung, wie zum Beispiel durch Sterilisation.

Nach wie vor sind das größte Problem der Männerheilkunde die Männer selbst – denn aus Scham wird der Gang zum Andrologen soweit es geht vermieden. Dabei sind die Erkrankungen, mit denen sich die Andrologie beschäftigt keine seltenen medizinischen Erscheinungen: Allein unter Erektionsstörungen leiden in Deutschland etwa sechs Millionen Männer. Wobei die Dunkelziffer noch um einiges höher liegen dürfte.
Noch nicht einmal 20 Prozent der Männer nehmen die jährliche Krebsvorsorgeuntersuchung in Anspruch. Ein hoher Preis, den die Männer für ihre hohen Ansprüche an sich selber bezahlen, denn Gesundheit bedeutet für Männer in erster Linie Leistungsfähigkeit. Gerade mit zunehmendem Alter werden andrologische Untersuchungen immer wichtiger - viele der Beschwerden sind „alterstypisch“. Vor allem da einige der Erkrankungen, wie die erektile Dysfunktion, erste Warnzeichen für andere, schwerwiegendere Krankheiten, wie eine koronare Herzkrankheit, sein können.

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