Der Agrarhandel im EU-Binnen- beziehungsweise Intrahandel und des internationalen Warenverkehrs beziehungsweise Außenhandels umfasst den Kauf und Verkauf von landwirtschaftlichen Produkten und Rohstoffen. Das sind zum einen Produkte wie Getreide und Ölsaaten, verarbeitete Produkte der Ernährungsindustrie wie Käse oder Wurstwaren und für die Landwirtschaft notwendige Betriebsmittel. Dazu gehören beispielsweise Saatgut, Düngemittel, Futtermittel oder auch Landtechnik.
Als zusätzlicher Wirkungsbereich gleicht der Agrarhandel Ungleichgewichte aus, die räumlich, zeitlich, qualitativ und quantitativ zwischen der Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse und deren Verarbeitung beziehungsweise Konsum auftreten. Er ist Bestandteil des Agribusiness.

Der Agrarhandel ist ein Bindeglied innerhalb der agrarischen Wertschöpfungskette. Er besitzt eine Doppelfunktion sowohl als Absatzmittler, beispielsweise im Getreidegeschäft als auch in Form eines Dienstleisters im Bezugsgeschäft landwirtschaftlicher Produkte. Diese Doppelfunktion entwickelte sich insbesondere im 19. Jahrhundert. Der Handel mit Agrarprodukten nimmt neben der Raum- und Zeitüberbrückung auch einen Qualitäts- und Mengenausgleich innerhalb der agrarischen Wertschöpfungskette vor.

Unternehmen die innerhalb eines Binnenmarktes oder weltweit Agrarhandel betreiben, sind in der Regel Großhandelsunternehmen. Agrarhandelsunternehmen die keine Großhandelsunternehmen sind und Einzelhandelsfunktionen besitzen, zeichneten sich bisher stärker durch einen engen Bezug zur Landwirtschaft aus, siehe Landhandel. Durch den Strukturwandel im Agrarhandel mit einer Konzentration auf größere Unternehmenszusammenschlüsse verschwinden diese Unterschiede zunehmend. D.h., auch Agrarhandelsunternehmen der Großhandelsstufe treten beispielsweise zunehmend direkt mit den Landwirten in Verbindung.

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